Agrarsysteme der Zukunft: Neubau eines Forschungszentrums am Campus Haste

Die Hochschule Osnabrück plant den Neubau eines modernen  Forschungszentrums am Campus Haste. Dieses soll aus einer doppelstöckigen Indoorfarm sowie einem Gewächshaus auf dem Dach bestehen.

Die Wissenschaftler des Standortes Haste stellen sich der ebenso komplexen wie wichtigen Frage, wie Menschen in Städten auch künftig mit regional erzeugten Lebensmitteln versorgt werden können. Hierbei stehen sie vor allem vor wachsenden Herausforderungen in Bezug auf den Klimawandel und die Urbanisierung. Im Inneren des neuen Forschungszentrums soll eine sogenannte Indoor-Vertical-Farm entstehen: zweigeschossige Flächen zum versuchsweisen Pflanzenbau, die sich aus mehreren separat klimatisierbaren Anzuchtkammern, Kulturräumen sowie einem Labor zusammensetzen. Der besondere Vorteil liegt vor allem darin, dass ganzjährig gleiche Temperaturen, Lichtverhältnisse und Wasserversorgung sichergestellt werden kann. So kann eine verlässliche und wetterunabhängige Produktqualität gewährleistet werden.

Darüber hinaus soll auf dem Dach des Gebäudes ein 160 Quadratmeter großes Gewächshaus entstehen. Der Neubau soll rund vier Millionen Euro kosten. Davon bringt die Hochschule etwa 700.000 Euro selbst auf. 1,9 Millionen Euro stammen aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (Efre). Weitere 1,4 Millionen Euro steuert das Land Niedersachsen bei. Das Forschungszentrum soll am Standort der Fakultät für Agrarwissenschaften und Landschaftsarchitektur am westlichen Rand des Campus Haste entstehen. Der Zeitpunkt des Baubeginns ist derzeit noch offen. Die Hochschule hofft auf einen ersten Spatenstich im Herbst 2020. Bei einer geplanten Bauzeit von 17 Monaten wäre dann mit einer Fertigstellung im Frühjahr oder Sommer 2022 zu rechnen.