Ausstellung im Landtag zu den Naturparken in Niedersachsen

Unter dem Motto „Natürlich großartig! Die Naturparke in Niedersachsen“ fand am Rande der Sitzungen des Juni-Plenums in der Portikushalle des Niedersächsischen Landtags eine Ausstellung über die Naturparke in Niedersachsen statt. Insgesamt gibt es in Niedersachsen 14 Naturparke mit einer Gesamtfläche von rund 11.000 Quadratkilometern. Die Naturparke dienen zum einen dem Natur- und Biotopschutz, insbesondere auch dem Erhalt der Artenvielfalt, zum anderen bieten sie für eine Vielzahl von Besuchern Raum zur Naherholung mit einem abwechslungsreichen Umweltbildungsangebot. Die Arbeit der Naturparke deckt die vier Aufgabenbereiche „Schutz“, „Erholung“, „Bildung“ und „Entwicklung“ ab. In diesen Bereichen leisten sie wichtige Beiträge für eine nachhaltige Entwicklung, die Stärkung ländlicher Räume, für den Erhalt der biologischen Vielfalt und für den Klimaschutz.

Die Ausstellung der Niedersächsischen Naturparke während der Plenarwoche hat mich sehr beeindruckt. So habe ich einiges über Niedersachsens jüngsten Naturpark, den Hümmling, erfahren. 2015 gegründet, dehnt sich der im Emsland gelegene Naturpark auf einer Fläche vom 576 Quadratkilometern aus. Er ist geprägt von ausgedehnten Nadel-, Laub- und Mischwäldern, Hoch- und Niedermooren, Heideflächen, Fließgewässern mit Auen und einer landwirtschaftlich geprägten Kulturlandschaft. Durch enorme Waldrodungen im Mittelalter sind weitläufige Heidelandschaften entstanden, die das Landschaftsbild im 18. Jahrhundert prägten und von denen bis heute Restflächen erhalten geblieben sind. Heute ist der Hümmling das waldreichste Gebiet des Landkreises Emsland. Dies ist umfangreichen Aufforstungen seit Ende des 18. Jahrhunderts, insbesondere in Form von Nadelforsten aus Kiefer, Lärche, Fichte und Douglasie, zu verdanken. Neben diesen Landschaften faszinieren mich im Hümmling auch die zahlreichen jungsteinzeitlichen Großsteingräber.

Ebenso beeindruckend finde ich den Natur- und Geopark TERRA.vita im und um das Osnabrücker Land. Bei TERRA.vita handelt es sich um einen Natur- und Geopark, weil der Trägerverein des Naturparks TERRA.vita gleichzeitig auch Träger des flächenidentischen Geoparks TERRA.vita ist. Mit einer sich bis ins benachbarte Nordrhein-Westfalen erstreckenden Gesamtfläche von ca. 1.500 Quadratkilometern bietet dieser Natur- und Geopark Einblicke in 300 Millionen Jahre Erdgeschichte. Diese Einblicke kann man etwa bei den Saurierfährten in Bad Essen, den Dörenther Klippen, im Steinbruch am Piesberg, im Stollen Silbersee oder an den vom Natur- und Geopark TERRA.vita geschaffenen TERRA.vista-Aussichtspunkten gewinnen. Das Gebiet wird von einem rund 4.000 Kilometer umfassenden hochwertigen Radwegenetz mit Radfernwegen und regionalen Themenrouten durchzogen, so dass es sehr gut mit dem Rad erkundet werden kann. Ebenso gibt es insgesamt ca. 2.300 Kilometer lange Fern- und Rundwanderwege. Die Vielfalt geologischer Formationen stellt einen ökologisch sehr wertvollen Lebensraum für Tiere und Pflanzen dar. Zahlreiche der hier lebenden Tier- und Pflanzenarten finden sich auf der Roten Liste bedrohter Arten, wie etwa Uhu, Eisvogel und Enzian, um nur einige zu nennen. Gleichzeitig wird rund 50 Prozent der Fläche des Natur- und Geoparks landwirtschaftlich genutzt, wobei viele Betriebe ihre Produkte direkt ab Hof oder über Wochenmärkte vertreiben.