Sitzenbleiben an Oberschulen darf nicht abgeschafft werden

Gegen pädagogische Gleichmacherei

Kultusministerin Heiligenstadt hat Reformvorschläge für die Oberschule vorgelegt, nach denen es in dieser Schulform künftig möglich sein soll, dass Schüler auch bei sehr schlechten Leistungen bis zum Ende des 7. Schuljahrgangs einfach aufrücken, ohne die Klasse wiederholen zu müssen.

Mit ihrer ideologisch eingefärbten Reform macht die Kultusministerin deutlich, den Leistungsgedanken weiter aus unseren Schulen verbannen zu wollen. Der Kerngedanke des Sitzenbleibens ist jedoch nicht, die Schüler bei schlechten Leistungen abzustrafen, sondern ihnen eine faire Chance zu geben, ihre Schullaufbahn erfolgreich und ohne Überforderung fortsetzen zu können. Nachdem bereits die Grundschulnoten und die Schulempfehlung in der vierten Klasse entfallen ist, würden Schüler so bis in den siebten Jahrgang hinein keine Rückmeldung über ihren Leistungsstand bekommen.

Die CDU-Fraktion im Niedersächsischen Landtag stellt sich deshalb gegen die Reformvorschläge des Kultusministeriums und die zunehmende pädagogische Gleichmacherei. Anstatt untaugliche Vorschläge vorzulegen, die alle Beteiligten an den Oberschulen verunsichern und verärgern, wäre die Ministerin gut beraten, die Vorschläge der CDU zu sinnvollen Veränderungen an dieser erfolgreichen Schulform aufzugreifen. Die CDU-Landtagsfraktion hatte im November 2016 einen Antrag mit dem Titel „Die niedersächsische Oberschule – Erfolgsmodell mit Zukunft“ (Drs. 17/6899) in den Landtag eingebracht.