Unterzeichnung des Kooperationsvertrages – Modellprojekt Haus des Jugendrechts in Osnabrück

Jugendliche, die auf die schiefe Bahn geraten sind und kriminell werden, sollen möglichst zeitnah bestraft werden. Das ist in der Vergangenheit nur in seltenen Fällen tatsächlich passiert. Deshalb entsteht jetzt in Osnabrück Niedersachsens erstes Haus des Jugendrechts.

Am Montagmorgen waren Justizministerin Havliza und Innenminister Pistorius in Osnabrück, um den Kooperationsvertrag zu unterzeichnen.  Beide waren sich einig, die Jugendkriminalität bekämpfen zu wollen. Im Koalitionsvertrag haben CDU und SPD festgelegt, dass in jedem Oberlandesgerichtsbezirk ein Haus des Jugendrechts als Modellprojekt eingerichtet werden wird. Dabei sollen jeweils die Sachbearbeiter von Polizei, Staatsanwaltschaft, Gericht, Jugendgerichtshilfe und freien Trägern zusammenarbeiten.

Bei Jugendlichen sei eine schnelle Reaktion des Staates noch wichtiger als bei Erwachsenen, erklärte die Justizministerin. Bestenfalls können spätere Straftaten sogar verhindert werden. Kriminelle Karrieren junger Menschen sollten bereits ganz am Anfang durch koordiniertes Eingreifen gestoppt werden. Nach Osnabrück sollen die Standorte Göttingen, Lüneburg, Hannover und Salzgitter folgen.

Neben den beiden Ministern waren auch der leitende Oberstaatsanwalt Bernard Südbeck, Polizeidirektorin Andrea Menke und Oberbürgermeister Wolfgang Griesert anwesend. Das Haus des Jugendrechts soll noch im Sommer in Betrieb gehen. Das Justizministerium hat bereits ein Konzept für die Arbeit der Häuser des Jugendrechts entworfen. Im Wesentlichen dienen die Häuser dem Zweck, Jugendstrafverfahren zu beschleunigen und die Prävention durch frühzeitiges Handeln zu verbessern.